Meldung Befragung zeigt: Pflegestützpunkte BW zunehmend digital

Veröffentlicht am 13.07.2026

Eine Online-Befragung der Geschäftsstelle der Kommission der Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg von 40 Pflegestützpunkten im Bundesland zeigt, dass Pflegeberatende digitale Anwendungen für Ihre Arbeit nutzen und das Interesse an weiterführenden Informationen und Schulungen groß ist.

Foto von Vitaly Gariev auf Unsplash

Die Geschäftsstelle der Kommission der Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg befragte im November 2025 ihre Pflegestützpunkte zur Nutzung digitaler Anwendungen in der Pflegeberatung. Die 40 teilnehmenden Pflegestützpunkte, verteilt über alle Landkreise in Baden-Württemberg, gaben in dem Online-Fragebogen an, welche digitalen Anwendungen sie für ihre Beratungstätigkeit nach §7a SGB XI nutzen, über welche sie beraten und wo aus ihrer Sicht noch Informations- und Schulungsbedarfe bestehen. Die Erkenntnisse geben einen wertvollen Einblick in den Status Quo der Nutzung digitaler Anwendungen. Ein herzlicher Dank geht daher an die Geschäftsstelle der Kommission der Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg dafür, dass sie diese Einblicke teilt und so für alle Interessierten verfügbar macht.

Wie wird beraten?

Der Großteil der Pflegestützpunkte (33 von 40) gab in der Online-Befragung an, videogestützte Pflegeberatungen einzusetzen. Auch andere digitale Anwendungen sind bereits verbreitet. So gaben 13 Pflegestützpunkte an, digitale Tools zur Online-Terminvereinbarung oder digitale Software für die Bearbeitung von Anträgen sowie zur Dokumentation zu nutzen. Chatbots der Pflegekassen sowie digitale Avatare werden hingegen kaum genutzt: Hier setzten nur drei der befragten Pflegestützpunkte ihr Kreuz.

Worüber wird beraten?

In der Pflegeberatung nach §7a sind digitale Anwendungen und Themen bereits verankert: Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmenden gaben an, hier auf die Online-Pflegekurse der Pflegekassen zu verweisen.  Online-Programme anderer Anbieter sowie Online-Schulungsangebote der Pflegekassen werden in der Beratung ebenfalls erläutert, allerdings weniger häufig: Zehn bzw. sieben der Befragten machten hierzu ihre Angabe. Schlusslichter bilden Online-Pflege-Coaches sowie Apps, auf die nur in wenigen Fällen verwiesen wird.

Wozu im Detail beraten wird, richtet sich immer an den individuellen Beratungsbedarfen der ratsuchenden Person aus. Einig sind sich alle Teilnehmenden darin, dass sie einen hohen Nutzen im Einsatz digitaler Anwendungen sowohl für die pflegebedürftige Person als auch für deren An- und Zugehörige sehen.

Während Pflegebedürftige eher über digitale Anwendungen zur Medikamenteneinnahme und Trinkerinnerung, zu krankheitsbezogenen Online-Schulungen, Kommunikationstools und Hausnotrufsystemen beraten werden, fokussiert die Beratung der An- und Zugehörigen vor allem die Online-Terminvereinbarung, Telepflege sowie die Videoberatung und -telefonie. Digitale Haushalts- oder Assistenzsysteme sowie digitale Helfer zur Sturzerkennung und Ortung werden in der Beratung dieser Personengruppe ebenso berücksichtigt.
 

Was wird benötigt?

Auf die Frage, ob sich die Pflegestützpunkte ausreichend über neue digitale Anwendungen informiert fühlen, antworteten knapp die Hälfte der Befragten, dass Sie sich mehr Basiswissen und Informationen zu den Einsatzmöglichkeiten, den technischen Anforderungen und der Finanzierung digitaler Anwendungen wünschen. Interesse wurde auch an Beispielen guter Praxis, Formaten zum Erfahrungsaustausch und an Podcasts bekundet.

Fazit

Die Ergebnisse der Online-Befragung zeigen, dass Pflegestützpunkte bereits digitale Anwendungen nutzen: Sie werden in der Pflegeberatungstätigkeit nach § 7a eingesetzt und sind außerdem dort, wo es sinnvoll ist, Inhalt der Beratung. An weiteren Informationsmaterialien besteht laut der Umfrage großes Interesse. 

Da die Befragung ausschließlich Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg adressierte, sind die Ergebnisse nicht auf andere Bundesländer und Beratungssettings übertragbar. Für repräsentative Aussagen sind Untersuchungen notwendig, die in weiteren Beratungskontexten und Bundesländern durchgeführt werden sollten.
 

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