Pressemitteilung Digitale Technologien: Befragung zeigt hohe Bekanntheit und klaren Informationsbedarf

Berlin, 19. Oktober 2026

Digitale Wundversorgung, Pflegedokumentation oder Dienst- und Tourenplanung sind in der Langzeitpflege längst bekannt. Doch Bekanntheit führt nicht automatisch zur Nutzung. 

Damit Einrichtungen fundierte Entscheidungen treffen und digitale Technologien wirksam einsetzen können, brauchen sie verlässliche Informationen zu Nutzen und Wirtschaftlichkeit. Die Befragung des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege liefert die empirische Grundlage, um passgenaue Materialien für settingspezifische Anforderungen zu entwickeln.

An der anonymen Onlinebefragung nahmen von März bis Mai 2026 insgesamt 977 Personen teil. Sie machten Angaben zur Bekanntheit und Relevanz von 13 digitalen Technologien sowie zu bestehenden Informationsbedarfen. Die Ergebnisse bilden vor allem die Perspektive von Leitungs- und Verwaltungskräften ab. Ambulante und stationäre Pflege waren etwa gleich stark vertreten.

Bekannt heißt nicht automatisch relevant

Zehn der 13 untersuchten Technologien erreichen Bekanntheitswerte von mehr als 80 Prozent. An der Spitze stehen die digitale Wundversorgung mit 99,2 Prozent, die digitale Pflegedokumentation mit 96,9 Prozent und die digitale Dienst- und Tourenplanung mit 94,2 Prozent. Diese drei Technologien werden, in anderer Reihenfolge, auch als besonders relevant eingeschätzt.

Gleichzeitig gilt nicht alles, was bekannt ist, auch als bedeutsam für die eigene Arbeit. Robotische Logistiksysteme sind beispielsweise vielen Befragten ein Begriff, werden jedoch als weniger relevant bewertet.

Ambulante und stationäre Pflege haben unterschiedliche Bedarfe

Ambulante Dienste priorisieren vor allem digitale Teamkommunikation sowie Dienst- und Tourenplanung. Diese Technologien können helfen, Entfernungen zu überbrücken und Wegezeiten einzusparen. In der stationären Pflege werden dagegen Technologien höher bewertet, die Mitarbeitende körperlich entlasten, etwa Exoskelette zur Unterstützung beim Heben.

Gefragt sind gesicherte Erkenntnisse

Den größten Informationsbedarf sehen die Befragten bei Nutzen und Wirksamkeit digitaler Technologien. 81,5 Prozent zählen dieses Thema zu ihren drei wichtigsten Informationsbedarfen, mehr als die Hälfte setzt es auf Platz eins. An zweiter Stelle folgen Informationen zu Kosten und Wirtschaftlichkeit sowie zur Einführung und Implementierung.

„Die Praxis sendet ein klares Signal: Produktinformationen allein reichen nicht aus. Gefragt sind belastbare Erkenntnisse dazu, was digitale Technologien im Pflegealltag leisten, wie ihr Einsatz gelingt und ob er wirtschaftlich tragfähig ist. Dieses Fazit fließt in unsere weiteren Analysen und Informationsangebote ein.“
Dr. Jeannette Winkelhage | Leitung Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege

Schlussfolgerung und Ergebnisse

Die Befragung macht deutlich: Damit digitale Technologien im Pflegealltag ankommen, braucht es mehr Wissen über ihre Wirkung und Wirtschaftlichkeit. Die Ergebnisse befähigen das Kompetenzzentrum, seine Informations- und Unterstützungsmaterialien sowie künftige wissenschaftliche Analysen noch gezielter am Bedarf der Versorgungspraxis auszurichten. Einrichtungen sollen so künftig besser beurteilen können, welche Technologien für sie geeignet sind, welchen Nutzen sie erwarten können und was bei einer Einführung zu beachten ist. Auch Aspekte wie Finanzierbarkeit, sektorenübergreifende Vernetzung und die ethische Einbettung werden in der Erarbeitung künftiger Angebote verstärkt berücksichtigt.

Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege bereitet die zentralen Ergebnisse der Befragung auf seiner Website anschaulich und verständlich auf. Ebenso steht dort der vollständige wissenschaftliche Bericht „Digitale Technologien in der Langzeitpflege: Bekanntheit, Relevanz und Informationsbedarfe. Ergebnisse einer bundesweiten Stakeholderbefragung“ kostenlos zum Download bereit.

  • Themenseite: „Befragungsergebnisse im Überblick“ 

  • Download: „Digitale Technologien in der Langzeitpflege: Bekanntheit, Relevanz und Informationsbedarfe – Ergebnisse einer bundesweiten Stakeholderbefragung“

Über das Kompetenzzentrum

Das Kompetenzzentrum wurde 2024 beim GKV-Spitzenverband eingerichtet und hat den gesetzlichen Auftrag, gute und wirksame digitale Lösungen für die Pflege in die Praxis zu bringen. Sein digitales Informations- und Vernetzungsangebot richtet sich an Pflegeeinrichtungen, Pflegefachpersonen und andere Leistungserbringende ebenso wie an Pflegekassen, Pflegeberatungen und Verbände. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung von Pflegebedürftigen sowie ihren An- und Zugehörigen im Umgang mit digitalen Technologien, indem Wissen gebündelt und zugänglich gemacht wird. Neben dem kontinuierlich ausgebauten Angebot an Inhalten bieten Meldungen, Terminübersichten sowie der Newsletter zuverlässig aktualisierte Informationen. Ein Bericht über die Arbeit und Ergebnisse des Kompetenzzentrums wird einmal pro Jahr dem Bundesministerium für Gesundheit vorgelegt.

Zum Bericht "Digitale Technologien in der Langzeitpflege"

  • Bericht über Befragung zu Digitalen Technologien in der Langzeitpflege

    Der Bericht steht beim ZB MED Publikationsportal vollständig zum Download bereit.

Newsletter Wir halten Sie auf dem Laufenden

Sie finden bei uns die wichtigsten Informationen rund um die Digitalisierung in der Pflege. Wenn Sie keine Neuerung verpassen möchten, abonnieren Sie gern unseren Newsletter.

Diese Seite teilen