Wie funktioniert KIM in der Praxis?

Mit Kommunikation im Medizinwesen (KIM) können Sie wichtige Dokumente schnell und sicher versenden. Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen Überblick, welche weiteren Vorteile KIM bietet, wie Sie den Dienst praktisch in Ihrer Einrichtung nutzen und wie viele KIM-Adressen für Ihre Einrichtung sinnvoll sind.

Die folgenden Beispiele zeigen, bei welchen Anlässen Sie KIM konkret in der Praxis nutzen können.

  • Wie kann ich Informationen über den Gesundheitszustand mithilfe von KIM mitteilen? Wenn Sie die behandelnde Arztpraxis über den Gesundheitszustand der pflegebedürftigen Person informieren möchten, können Sie über KIM eine Textnachricht schreiben. Sie können Ihrer Nachricht Dateien anhängen, beispielsweise Sturzprotokolle, Pflegeberichte oder Vitaldaten. Tipp: Prüfen Sie, ob Sie in Ihrem Primärsystem Vorlagen für Textnachrichten einrichten können. Das macht Ihnen die Mitteilung wiederkehrender Ereignisse wie Krankenhauseinweisungen einfacher.
  • Kann ich mithilfe von KIM den Medikamentenbestand mitteilen und Medikamente bestellen? Ja. Zum Beispiel, wenn Sie im Rahmen der Heimversorgung von einer pflegebedürftigen Person mit der Übernahme des Medikamentenmanagements beauftragt wurden. Dann können Sie die Arztpraxis per KIM über den aktuellen Medikamentenbestand informieren. Die Arztpraxis kann Ihnen dann einen E-Rezept-Token als Dateianhang übermitteln, den sie anschließend an eine Apotheke weiterleiten können.
  • Kann ich mithilfe von KIM Hinweise über auslaufende Verordnungen versenden? Ja, das ist möglich. Sie möchten die Arztpraxis informieren, dass zum Beispiel eine Verordnung für häusliche Krankenpflege zu Ende geht? Auch das können Sie per KIM erledigen.

Digitale Kommunikation mit KIM

Die umständliche Datenübermittlung per Fax gehört der Vergangenheit an: Manuelle Eingabe, Ausdruck und Versand kosten Zeit, sind fehleranfällig und bieten keinen sicheren oder nachvollziehbaren Übertragungsweg. Mit KIM läuft die Kommunikation zwischen Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Apotheken hingegen digital, verschlüsselt und nahtlos.

1. Vorbereitung

Sie rufen die Kontaktdaten bequem aus dem TI-Verzeichnis ab.

Sie füllen die KIM-Vorlage aus.

Sie fügen Datei-Anhänge direkt aus dem Primärsystem hinzu.

2. Versand

Versenden Sie die KIM-Nachricht einfach per Mausklick.

Ihre Nachricht wird automatisch signiert, verschlüsselt und gesichert über die TI übertragen.

3. Dokumentation

Ihr Kommunikationsverlauf wird im Primärsystem gesichert und ist jederzeit nachvollziehbar.

Vorteile auf einen Blick

  • Digitales Adressbuch
  • Schnellere Abstimmungsprozesse
  • Ressourceneinsparung
  • Keine Medienbrüche
  • Verschlüsselte Kommunikation

Das Schaubild basiert auf realen praktischen Erfahrungen. Wie erfolgreich sich der digitale Kommunikationsprozess jeweils individuell umsetzen lässt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: z.B. von der freiwilligen Mitwirkung der ärztlichen Personen, vom Funktionsumfang der Praxissoftware oder von der Form und Qualität, mit der der KIM-Dienst in das Primärsystem umgesetzt wurde. Als Primärsystem wird die in der Pflegeeinrichtung genutzte Pflegedokumentationssoftware bezeichnet.

In diesen Praxisberichten können Sie sich ein Bild der konkreten Anwendung von „Kommunikation im Medizinwesen“ machen:

  • Praxisbeispiel Effizientere Kommunikation mit KIM

    Im Kurzinterview schildert Frank Nimrich, Projektleiter bei der Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH seine Erfahrungen mit KIM in der Langzeitpflege.

  • Praxisbeispiel Modellprojekt "Docs and Care"

    Im Modellprojekt "Docs and Care" tauschten ambulante Pflegedienste sowie Ärztinnen und Ärzte schnell und effizient Vitaldaten und bundeseinheitliche Medikationspläne (BMP) über KIM aus.

KIM & E-Rezept

Weniger Bürokratie, mehr Zeit für die Versorgung: Das E-Rezept erleichtert die Abläufe in Pflegeeinrichtungen. Von den Vorteilen des E-Rezepts können Pflegekräfte erst in der Kombination mit KIM so richtig profitieren. 

1. Verordnung

Die Ärztin oder der Arzt verordnet ein Arzneimittel.

Das E-Rezept wird in der TI gespeichert.

2. Versand

Für den Versand wird im Praxisverwaltungssystem ein E-Rezept-Token als PDF-Anhang erstellt.

Die Arztpraxis versendet den E-Rezept-Token via KIM an die Pflegeeinrichtung.

3. Arzneimittelabgabe

Die Pflegeeinrichtung versendet den E-Rezept-Token via KIM an die Apotheke.

Die Apotheke gibt das Arzneimittel aus.

Bei Rückfragen oder Problemen können sich Apotheke und Pflegeeinrichtung über KIM verständigen.

Vorteile auf einen Blick

  • Ressourcenplanung
  • Personalentlastung
  • Schnelle Rückkoppelung
  • Schnelle Medikationsanpassung
  • Praxisbeispiel Leichter zum E-Rezept mit KIM

    Daniel Zschau von der pro civitate Seniorenresidenzen GmbH in Großenhain berichtet im Kurzinterview vom Einsatz von KIM und E-Rezept.

Die KIM-Adresse

In der Regel erfolgt die Kommunikation mit KIM direkt über die Einrichtungen. Deshalb sind persönliche KIM-Postfächer nicht unbedingt nötig.

  • Beispiel für eine Einrichtungsadresse: Pflegedienst.XY@<wunschdomain>.kim.telematik
  • Beispiel für eine persönliche Adresse: Max.Mustermann@<anbieter>.kim.telematik

Wenn Sie als Einrichtung mehr als eine KIM-Adresse nutzen möchten, können Sie zusätzliche Funktionsadressen oder -postfächer kostenpflichtig anlegen. Auch können Sie einzelne Wohnbereiche oder Teams zusammen organisieren: Eine eigene KIM-Adresse kann für bestimmte Kommunikationsanlässe sinnvoll sein, wie beispielsweise für das Medikamentenmanagement.

Beispiel für Funktionsadressen:

  • Verordnung.HKP@<wunschdomain>.kim.telematik
  • Wohnbereich01.PflegeheimXY@<wunschdomain>.kim.telematik

Wie viele KIM-Adressen benötigt eine Pflegeeinrichtung?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viele Adressen Sie benötigen, besprechen Sie dies am besten mit Ihrem KIM-Anbieter.

Berücksichtigen Sie dabei Folgendes:

  • Beachten Sie bei der aktuellen TI-Finanzierungsvereinbarung die Höhe der TI-Pauschale.
  • IT-Infrastruktur: Wenn Sie gemeinsam ein IT-Netzwerk nutzen, können Sie dieselbe KIM-Adresse für mehrere Einrichtungen verwenden.
  • Organisationsstruktur: Manchmal ist es sinnvoll, zusätzliche Adressen einzurichten. Zum Beispiel für einzelne Wohnbereiche oder bestimmte Kommunikationsanlässe wie das Medikamentenmanagement.
  • Sie können die Telematikinfrastruktur und KIM mit einer einzigen KIM-Adresse nutzen. Ob Sie weitere KIM-Adressen einsetzen möchten, damit bestimmte Abläufe einfacher werden, ist eine Entscheidung Ihrer Pflegeeinrichtung.

Weitere Themen zur Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

  • Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

  • Technische Voraussetzungen für KIM

  • KIM einrichten und Nachrichten versenden